Über den Polini hält sich im Internet das Gerücht, dass die Beschichtung totaler Mist wäre und der Zylinder daher nicht wirklich lange halten würde.
Unterhalb des Membrankastens am Einlass steht sogar noch der Name der Gießerei, die den Zylinder hergestellt hat: Gillardoni. Die selbe Firma, die auch
den Originalzylinder herstellt. Die Verarbeitung war etwas schlampig, es fanden sich am Ein- und Auslass sowohl als auch am Brennraumdeckel viele scharfe
Grate, auf Bild 8 kann man es im Auslass sogar auf dem Bild erkennen. Schlimmer noch war der Brennraumdeckel, dort lösen sich Aluspäne sobald man die
Zündkerze einschraubt. Mich würde es nicht wundern, wenn der eine oder andere Fresser darauf zurückzuführen wäre. Also wurde der Zylinder einfach überall,
wo gefräst wurde (Auslassschieber, Einlass, Brennraumdeckel) mit etwas Schleifpapier entgratet und gut.
Nach 1400 km, die ich jetzt mit diesem Zylinder zurückgelegt habe, komme ich zu einem eher enttäuschenden Ergebnis. Man spürt ein deutliches Leistungsplus
in den niedrigen Drehzahlbereichen von 3000 bis 7000 1/min, bis 10.000 1/min macht es auch Spaß zu fahren, nur fehlt ab dieser Drehzahl irgendwie die Leistung.
Der Motor dreht etwas zäh hoch und die Leistung scheint bei steigender Drehzahl ab 11.000 1/min spürbar abzunehmen. Getestet wurde das Teil zuerst mit der
Original-Anlage, auf die der Zylinder nach Polini auch ausgelegt wurde, danach mit der JollyMoto und einer Arrow Challenge. Beide Tuningauspuffanlagen
bringen einen stärkeren Durchzug, nur lässt sich die magere Leistungsausbeute in den hohen Drehzahlen wohl nicht vermeiden. Das lässt sich wahrscheinlich
auf die fragwürdige Idee, den Zylinder auf die Originalanlage auszulegen, zurückführen. Der Auslasskanal ist nicht größer oder breiter als beim Serien-125cm³-Kit
und wird für einen guten Spühlvorgang in hohen Drehzahlen einfach zu klein sein.