Aprilia RS 125 - Tuning

Ich werde hier ein paar Dinge über das Thema "Tuning" der RS 125 loswerden. Zu allererst muss man sich mal bewusst machen, worum es sich bei der RS 125 überhaupt handelt. Das ist ein Straßen-Motorrad, welches aus dem Rennsport nachempfunden wurde. Im Gegensatz zu einem Roller, den vielleicht einige vor einer RS 125 schon gefahren sind, handelt es sich nicht um ein Gefährt, welches nur 45 km/h mit ein paar wenigen PS fahren kann. Es ist nicht möglich, durch ein paar Handgriffe oder Plug-n-Play Bauteile die Motorleistung um die Hälfte zu erhöhen, wie das bei Rollern der Fall ist. Es gibt also gar nicht so viel, das man ohne großen Aufwand tun kann, da die Maschine im Originalzustand schon sehr gut läuft.

Ich möchte hier trotzdem ein paar Dinge auflisten, die man selbst an der Maschine ändern kann. Ich hoffe es ist jedem bewusst, dass Änderungen jeglicher Art vom TÜV abgenommen & eingetragen werden müssen, ansonsten erlischt der Versicherungsschutz und evtl ist auch die Fahrerlaubniss nicht mehr ausreichend.

Gewichtsersparnis

Der einfachste Weg, schneller von 0 auf 100 zu kommen, ist das Gewicht zu reduzieren. Das erreicht man durch Halbvolltanken und Abnehmen.

Das Fahrwerk

Viel Sinnvoller als in irgend einen Billig-Tuning-Ramsch könnt ihr Geld in ein neues Fahrwerk investieren.

Öhlins, Sachs-Boge und Wilbers bieten komplett einstellbare Federbeine für die RS an, diese bekommt man teilweise beim Händler des Vertrauens, die können so etwas teilweise bestellen, oder auch auf der italienischen Webseite von eBay, dort gibt es einige Artikel mehr als auf der deutschen Seite. Mit einem auf das Fahrergewicht abgestimmten Fahrwerk lässt sich die RS deutlich besser fahren.

Auspuffanlagen

Es gibt von mehreren Herstellern Komplett-Auspuffanlagen für die RS. Das Austauschen des Endschalldämpfers dient nur zu Optikzwecken, wenn ihr etwas Mehrleistung möchtet, muss die komplette Auspuffanlage ausgetauscht werden. Dafür gibt es mehrere Komplettauspuffanlagen, einige davon hatte ich schon montiert. Alle haben gemeinsam, dass das Gewicht der Anlage deutlich kleiner ist, als bei der Serienanlage. Da der Motor durch die zusätzliche Mehrleistung auch heisser werden kann, empfiehlt es sich, das Kolbenbild nach Einbau zu beobachten, um einen Motorschaden zu vermeiden und ggf. die Vergaserbedüsung an zu passen.

Arrow bietet für alle Modelle über alle Baujahre Auspuffanlage mit einer ABE an. Es werden immer zwei Auspuffflansche mitgeliefert, montiert man den falschen, hat man etwas mehr Leistung und die ABE verliert ihre Gültigkeit. Meine Erfahrung mit so einer Anlage war recht gut, die Maschine lief spürbar besser über ein breites Drehzahlband. JollyMoto Auspuffanlagen gibt es nur ohne Zulassung, sind also nicht für den öffentlichen Straßenverkehr geeignet. Die Anlagen bringen ein Leistungsplus in sehr hohen Drehzahlen und haben durch das dünne Blech einen extrem sportlich-zischenden Sound.

Weitere Hersteller, von denen ich aber noch keine Erfahrungen gelesen habe, sind TurboKit (TK), Jim Lohmas, Giannelli, Shark und Scalvini. Unter dem Link "Ersatzteile" sind einige Shops gelistet, die solche Anlagen verkaufen.

Ich empfehle, eine neue Auspuffanlage sofort vor der Montage verchromen zu lassen, da sämtliche Hitzeschutzlacke, die auf den Anlagen aufgebracht sind, irgendwann versagen werden und die Anlage dann rostet. So macht das ganze optisch auch noch was her. Neue Auspuffanlagen zu verchromen ist kein Problem, die meisten Galvaniker wollen keine gebrauchten Anlagen, da diese die Bäder versauen.

Vergaser

Wie schon erwähnt, habt ihr es mit einem Motorrad zu tun, das ab Werk schon einiges kann. Es gibt für die alten Modelle den 34mm DellOrto-Vergaser mit passendem Ansaugstutzen, die neueren Modelle haben einen 28mm-Vergaser und entsprechend einen 28mm-Ansaugstutzen. Ein neuer Vergaser ist teuer, man sollte sich überlegen, ob sich die Investition lohnt und man sollte sich auch bewusst sein, dass man das Ding abstimmen muss.

Generell sollte man erwähnen, dass die RS mit dem 28er Vergaser gut läuft, ein größerer Vergaser macht erst dann Sinn, wenn man die mögliche Drehzahl und Hubraum irgendwie erhöht hat. Es kommt noch der Nachteil hinzu, dass ein größerer Vergaser sich für niedrige Drehzahlbereiche schlechter abstimmen lässt, da die Strömungsgeschwindigkeiten durch den höheren Querschnitt kleiner werden und somit die Gemischaufbereitung schwieriger zu handhaben ist. Da es sich nicht um einen Membranvergaser handelt, der Drehzahl(bzw. Druck-)abhängig die Schieberhöhe einstellt, wird das besonders schwierig.

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